Die Buchenwälder im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal als Teil des seriellen Weltnaturerbes
Das Wildnisgebiet war das erste Schutzgebiet nach Kategorie Ia (Rothwaldgebiet) und Ib (restliche Fläche) nach IUCN in Osterreich. Seit Juli 2017 sind 25% des Wildnisgebietes als UNESCO Weltnaturerbe ausgezeichnet (serielles Weltnaturerbe „Primeval Beech Forests of the Carpathians and other Regions of Europe“). Es ist ein Naturschutzgebiet gemäß niederösterreichischem sowie steirischen Naturschutzgesetz und liegt im Europaschutzgebiet Ötscher-Dürrenstein und liegt im Europaschutzgebiet Ötscher-Dürrenstein, im südwestlichen Niederösterreich, an der Grenze zur Steiermark. Die höchste Erhebung ist der Gipfel des Dürrensteins mit 1878 m, der tiefste Bereich liegt auf 600 m.
Das Flächenausmaß des Schutzgebietes beträgt derzeit 70 km2 , davon sind etwa 400 ha Urwald.
88% der Fläche sind Naturzone ohne menschlichen Eingriff. Hier wird die natürliche Prozessdynamik zugelassen, der Mensch ist nur Beobachter und Gast. Unser Motto: „Wildnis bewahren und sekundäre Wildnis wieder entstehen lassen“.
Der Urwald Rothwald wurde bereits 1875 von Albert von Rothschild unter Schutz gestellt. Es ist eine Primarwildnis und der letzte große zusammenhängende Urwaldrest des Alpenbogens (montaner Bergmischwald mit ca. ⅓ Rotbuche, ⅓ Tanne und ⅓ Fichte).
Durch Pollenanalysen aus Bodenproben wurde der Urwaldcharakter wissenschaftlich bestätigt. Der Zutritt ist reglementiert und auch die Forschung unterliegt strengen Auflagen.
Highlights des Wildnisgebietes:
- Große Mengen an Totholz: Im Rothwald bis zu 300 Vorratsfestmeter Totholz – dem stehen bis zu 1200 Vorratsfestmeter Lebendholz gegenüber, d.h. das Verhältnis ist etwa 1:4.
- Im Urwald erreichen die Baume ihr natürliches Maximalalter: Fichten & Tannen bis 600 Jahre, Buchen bis 450 Jahre. Es gibt einzelne „Greise“ unter den langlebigen Eiben und Tannen, die um die 1000 Jahre alt sind.
- Hohe Artenvielfalt vor allem bei Organismengruppen, die von Totholz abhängig sind (darunter Pilze, Moose, Flechten, xylobionte Käfer…), z.B. ca. 800 Pilzarten, 280 Moosarten.
- Außerdem 80 Vogelarten (davon sechs Specht- und vier Raufußhuhnarten), mehr als 40 Säugetierarten, druchziehende Luchse, brütende Steinalder, wiederangesiedelte Habichtskäuze. Früher gab es Braunbärenim Gebiet, zuletzt 2010.
Weiter Informationen über das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal: www.wildnisgebiet.at
Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal erleben
Exkursionen: https://www.wildnisgebiet.at/exkursionen
Veranstaltungen: https://www.wildnisgebiet.at/veranstaltungen
Haus der Wildnis mit Ausstellung: https://www.hausderwildnis.at/de