Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten 
und anderer Regionen Europas

Rotbuchen sind in Europa endemisch. Ihre Dominanz in den Laubwäldern der gemäßigten Zone zeugt von ihrer genetischen und ökologischen Anpassungsfähigkeit. Früher beherrschten Buchenwälder das Landschaftsbild Mitteleuropas, heute sind nur noch wenige in ihrer natürlichen Form erhalten und daher besonders schützenswert. Sie stellen ein hervorragendes Beispiel für die Wiederausbreitung und Entwicklung von Ökosystemen seit der letzten Eiszeit dar. Das Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich beinhaltet mit 1.867 ha Welterbefläche den ausgedehntesten Buchenurwald des Alpenbogens. Buchen mit einem Alter von 400 bis 500 Jahren zeugen von der Unberührtheit der Wälder. Der Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich ist mit 5.252 ha Welterbefläche das weitläufigste Buchenwaldschutzgebiet der Alpen. Diese Wälder zeichnen sich durch ihre hohe Naturnähe aus und bilden aufgrund der Großflächigkeit und Standortsvielfalt das gebietstypische Buchenwaldspektrum ab.  

Die Alten Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas wurden 2017 UNESCO-Welterbe und sind Österreichs erstes Weltnaturerbe. Die Kernzone von rund 92.023 ha (Pufferzone 253.815 ha) wird von 41 Schutzgebieten in 12 europäischen Ländern gebildet. Das Welterbe-Management der österreichischen Gebiete (7.119 ha) erfolgt durch die jeweilige Schutzgebiets-Verwaltung. Als Teil eines Wildnisgebietes und Nationalparks unterliegen sie besonders strengen Bestimmungen.

Die Rotbuche – ein europäischer Endemit

Die Geschichte der europäischen Buchenwälder beginnt vor rund 10.000 Jahren, nach dem Ende der letzten Eiszeit. Ausgehend von mehreren Refugialgebieten, also eisfreien Gebiete in denen die Buche überdauern konnte, eroberte sie nahezu einen ganzen Kontinent. Bis heute ist ihre Expansionskraft ungebrochen. In Süd-Skandinavien sowie im äußersten Westen und Norden des europäischen Buchen-Verbreitungsgebietes ist sie noch immer auf dem Vormarsch. Dieses Phänomen ist weltweit einzigartig und wird durch die enorme Konkurrenzkraft der Buche ermöglicht.

Durch Siedlungstätigkeit und wirtschaftliche Nutzung sind die natürlichen Buchenwälder Europas auf nur mehr wenige Gebiete zurückgedrängt.

Die Einzigartigkeit und gleichzeitig Schutzwürdigkeit der Buchenwälder hat die UNESCO mit der Auszeichnung als Weltnaturerbe anerkannt. Insgesamt 91.000 Hektar der letzten alten Buchenwälder und Buchenurwälder Europas reihen sich nun wie der Yellowstone National Park oder die Südtiroler Dolomiten in die Liste der Weltnaturerbe-Stätten ein. Die Eintragung von insgesamt 41 Buchenwald-Schutzgebieten innerhalb 12 europäischer Länder (Albanien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Kroatien, Italien, Österreich, Rumänien, Slowenien, Slowakei, Spanien, Ukraine) stellt einen enormen Erfolg für den Schutz und Erhalt der Buchenwälder dar.

Die Buchenwälder des Nationalpark Kalkalpen repräsentieren gemeinsam mit dem Buchenurwald des Wildnisgebietes Dürrenstein das Buchenverbreitungsgebiet der Alpen. Gemeinsam  bringen die beiden Schutzgebiete rund 7.120 Hektar Buchenwälder in das Welterbe ein.